Weigelorgel (vor 1899)
 

Aufnahme der  Weigelorgel (vor 1889)
(Stadtkirchenverband Braunschweig, Stadtkirchenbauamt)

St. Andreas, Braunschweig, Wollmarkt

    1. A. Geschichte der Orgeln
    2. 1392 Orgel in St. Andreas vorhanden  
      1473 Orgel in St. Andreas vorhanden Erwähnung einer Orgel in dem Testament des Bürgers Henning Royders: »...uppe den groten orghelen«
      1549 Neubau »Ao. 1549. Wurde die Orgel zu St. Andreas gemacht. Es stehet zwar an dieser Jahreszahl 1634. Es muß aber solches von einer Reparatur zu verstehen seÿn. Über dem Rück-Positiv erblickt man das Wappen der Neÿstadt.«
      1634 Neubau (1632–1634) Jonas Weigel (?): »Anno 1632, 17. Aprilis. Ein Erbar Rath des Weichbildts Newstadt, vnd die Herren Vorsteher der Kirchen obgedacht mit Jona Weigeln, Orgelmacher, vnsere Orgel newe zu repariren vnd Coprmasz zumachen, auch andere viel newe stimmen hinzu zu thuende vnd zu schaffen, vnd wasz lauth Contracts dem mehr anhangig gehandelt, dafür eins für alles 100 thaler zu geben, einig worden...«. Im Preis enthalten waren auch »vier neue große Blasebälge« , Die genaue Disposition ist unbekannt, auch unbekannt, ob es sich um einen Umbau der vorhandenen Orgel oder einen Neubau handelte. Mitwirkung der Schnitzer Wilhelm Schurius d.Ä. (Oberwerk), Henning Ochsenkopf und Andreas Meveus (Rückpositiv, Wappen der Neustadt). Das Gehäuse trägt die Jahreszahl 1634. Erst im 19. Jahrhundert wird die im 18. Jahrhundert veränderte Disposition der auch um ein kleines Brustwerk erweiterten Orgel mitgeteilt (s.u.). 
      1678 Orgelrenovierung 20.8.1678: »Nach Absterben Justi Schüler hat mußen die Orgel ausgebessert werden dafür geben 25 M. Dazu ist verbrauchet 5fell die kosten 1 M vndt 1 tb leim vor 5 Gr. Für 1 1/2 tb lichte und 2 bogen papier [pergament] dem belgetreter gegeben 3 M. Dem alten [Delphin] Strunck die Orgel in guten standt zu bringen helfter zum recompans verehret 1 M., 16 Gr.«
      1725 Reparatur (neuer Tremulant) den Orgelmacher Clausius für ein neu Tremulant 
      1726 Orgelbrüstung oder Empore  10.10.1726: »Dem Tischer ...auf der Orgel eine neue Priesche gemachet, bezahlet 6 Rthlr., 18 Gr.«
      1772 (Erweiterung?) Orgelbrüstung/Treppe »Die kirche ist inwendig repariert worden. Ao. 1772 et 23. ausgeweißet, neüe | Fenster und orgel Priechen gemacht. ...«
      1854 Reiningung, Reparatur und Stimmung durch Noack "1854. ist die Orgel von dem Orgelbauer Noack gründlich gereinigt, alles schadhafte repariert und durchgestimmet worden. 65 mp 8 1/2 meran bezalt sind." 
      1873 Gutachten des Organisten Bodenstein über den Zustand der Orgel Beschreibung des schlechten Zustandes der Orgel, die seit der Erbauung - soweit ihm bekannt ist - nicht eine einzige größere Reparatur erfahren hat, durch den Organisten Heinrich Schrader. Erwähnte Register und Einzelheiten: Koppeln, Krummhorn, Cymbelstern, Quintatön, Mixtur 6 fach (»meist nur 2, 3 oder 4 fach«), Octave 2 fuß.
      1874 Gutachten des Organisten Bodenstein über den Zustand der Orgel Erste Überlieferung der [offensichtlich schon veränderten und um ein Brustwerk erweiterten] Disposition und der technischen Anlage der Weigel - Orgel. Bodenstein schreibt die Querflöte 4' im Rückpositiv zweimal auf (einmal mit dem Zusatz: "vom kleinen g an."). Ich nehme an, daß es sich bei der Querflöte 4' von C an um die von C. Richter (s.u.) erwähnte Spitzflöte 4' handelt. Die bei C. Richter (s.u.) erwähnten Stimmen Octave 2' und Waldflöte 2' im Hw fehlen in Bodensteins Aufzeichnung.
      1876 18.12.1876: Kostenangebot für Reinigung und Überholung durch C. Richter Überlieferung der Disposition der Weigel - Orgel, leicht abweichend von Bodenstein (s.o.): Im Hw Zimbel 2 f. statt Flöte 8' (wahrscheinlich handelt es sich um die 1847 eingebaute Flöte 8' (s.o.), das Registerschild Zimbel ist wohl geblieben.
      1878 26.10.1878: Zustandsbericht und Kostenangebote Zustandsbericht der alten Orgel und Kostenangebot für einen Neubau durch Ph. Furtwängler & Söhne
      1880 22.05.1880: Zustandsbericht und Kostenangebot Zustandsbericht der alten Orgel und Kostenangebot für einen Neubau durch Friedrich Ladegast
      1884 Neue Orgelpfeifen Dabei wurde vielleicht eine Kartusche mit Inschrift »Renovatum 1884« angebracht (auf Foto erkennbar)..
      1880 22.05.1880: Zustandsbericht und Kostenangebot Zustandsbericht der alten Orgel und Kostenangebot für einen Neubau durch Friedrich Ladegast
      1883 Neubau III/Ped./48/mech. Trakturen Ladegast (Weißenfels). Beibehaltung des Barockgehäuses, wahrscheinlich Emporenumbau (Foto). Einweihung am 26. August 1883.
      1897   Wahrscheinlich neue Kartuscheninschrift »Singet dem Herrn«.
      1917 Abgabe der alten Prospektpfeifen zu Rüstungszwecken Aufmessung des Prospekts und Abgabe der Prospektpfeifen durch die Fa. Sander, Braunschweig
      1943 11.09.1942 bezw. 18.12.1943 Auslagerung des Schleierwerks und Figurenschmuck des Rückpositivs sowie der Kartusche und des Wappens in die Kirchen von Bevenrode bezw. Kneitlingen
      1944 14.10.1944 Beschädigung der Orgel beim großen Luftangriff 
      1945   In den Nachkriegsjahren Verlust der Orgel durch Holz- und Metalldiebe
      1970 21.04.1970 Abnahme des 1. Bauabschnittes der neuen Orgel der Fa. Hermann Hillebrand, Altwarmbüchen, heute Fa. Gebr. Hillebrand GmbH Orgelbau KG (Gehäuse, gesamte Technik, Windladen und 11 Register für Hauptwerk und 4 für das Pedal) durch den damaligen Orgelsachverständigen in der ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig, LKMD i.R. K.H. Büchsel. Feierliche Einweihung im Ostersonntagsgottesdienst 1970.
      1972   2. Bauabschnitt der neuen Orgel: Die Brustwerkslade und 7 Register werden eingebaut.
      1973 24.04.1973 Abnahmebericht für den 3. und letzten Bauabschnitt der neuen Orgel: Einbau der Brustwerkslade und 7 Register
      1985   Komplette Ausreinigung, 1 neuer Schleifenzugmotor für ein Pedalregister
      1989 Überarbeitung Erneuerung von 10 Schleifenzugmotoren
      1994 Restaurierung Schleierwerk und Figurenschmuck des alten Rückpositivs Restaurierung und Anbringung des Schleierwerks vom Rückpositiv und Kartusche mit Inschrift »Singet dem Herrn«, dem Wappen der Neustadt und Engeln an der westlichen Kircheninnenwand über dem nordwestlichen Aufgang zu den Türmen.
      1997 Überarbeitung Veränderung des Anschlags der Gehäusefüllungen zur besseren Zugänglichkeit des Instruments
      2001 Überarbeitung Anbringung von 5 Pistons, um die Handregister, die 3 freien Kombinationen und das Tutti während des Spiels mit den Füßen einschalten zu können

       
Hier war früher eine Abbildung der Aufnahme des  Prospekts der Weigelorgel
(Stadtarchiv Braunschweig, musste wegen zu hoher Genehmigungsgebühr gelöscht werden)

Wegen der für eine Privatperson wie mich (Kirchenmusiker) zu hohen Wiedergabe-Genehmigungsgebühr wurde die Grafik von der Webseite entfernt.

    B. Dispositionen der Orgeln

    1. Disposition der Weigel - Orgel [nach 1727] nach Mitteilungen des Braunschweiger Organisten Bodenstein (1874), des Orgelbauers C. Richter (1876) und der Orgelbaufirma Philipp Furtwängler & Söhne, Elze (1878)
      Hauptwerk II (C, D, Dis–c´´´ = 47 Töne)
        1. Principal  8‘  Metall
        2. Quintadena  16‘ Metall
        3. Gedackt 8‘ Metall
        4. Spitzflöte  8‘ Metall
        5. Oktave  4‘ Metall
        6. Rohrflöte  4‘ Metall
        7. Quinte  3‘ Metall
        8. Octave 2' [Metall]
        9. Waldflöte 2' [Metall]
      10. Mixtur  6 fach  »auf C mit c2 anfangend, repetiert auf jedem c.«
      11. Trompete 8‘
      12. Glockenspiel durchs ganze Clavier

      Rückpositiv I (C, D, Dis–c´´´ = 47 Töne)
      1. Gedackt  8‘
      2. Principal  4‘
      3. Gedackt  4‘
      4. Spitzflöte  4'
      5. Querflöte  4' "vom kleinen g an."
      6. Octave  2‘
      7. Sexquialter  2 fach »C[:] g1 c1 repetiert 1 Mal.«
      8. Scharff  3 fach »C[:] c2 g2 c3 repitiert 2 Mal.«
      9. Krummhorn 8‘
       

      Brustwerk III (C, D, Dis–c´´´ = 47 Töne)
      1. Gedackt  8' Holz
      2. Flöte  4' Holz und Metall
      3. Octave  2' Metall
      4. Waldflöte  2'
      5. Cymbel  2 fach »g3 c4«

      Pedal (C, Cis–c´ oder d´ = 25 oder 27 Töne)
      1. Subbaß 16‘
      2. Oktave 8‘
      3. Oktave 4‘
      4. Mixtur 4 oder 5 fach
      5. Posaune 16‘
      6. Trompete 8‘
      7. Trompete 4‘

      Nebenzüge: Koppel Hauptwerk - Rückpositiv, [3 oder 4] Sperrventile, Tremulant, Cymbelstern, 3 Sperrventile für jedes Werck

      Stimmton: 1 Ganzton höher als der damalige [und heutige]  »Kammerton« (1874). (1847 - Ladegast sagt in seinem Angebot von 1880 - s.u. - für die Andreaskirche: »Die Stimmung geschieht im Normalkammerton, bei mittlerer Temperatur soll a 880 Schwingungen in der Secunde machen.«)

      Aufstellung: Das Pedal steht auf 2 Windladen an den Seiten des Hauptwerks, das Rückpositiv hat eine ungeteilte Windlade. Bis auf das Brustwerk (Schleiflade) haben alle Werke Springladen. 6 Keilbälge (2,63 m lang und 1,32 m breit) stehen direkt hinter der Orgel im Turm.
      Das Pfeifenwerk ist 2 1/4 löthig, dünnwandig und weich, die Zungenstimmen haben Holzköpfe.

      2. Disposition der Ladegast - Orgel (nach dem Kostenangebot vom 22.05.1880)

       
       I. Manual  (C–f´´´ = 54 Töne) 
        1. Principal  16‘  C–H aus Holz, Fortsetzung aus 14 löthigen Zinn (C-H wurde mit Bordun 16' im Bau zusammengeführt) 
        2. Bordun  16‘ C–H aus Holz, von c´ ab 12 löthiges Zinn 
        3. Principal 8‘ 14 löthiges Zinn 
        4. Flöte  8'  offen, Holz 
        5. Gambe 8‘ 14 löthiges Zinn 
        6. Doppelfloete  8‘ Holz 
        7. Nasat  5 1/3‘ 12 löthiges Zinn 
        8. Octave  4‘ 14 löthiges Zinn 
        9. Rohrflöte 4' 12 löthiges Zinn 
      10. Gemshorn 4' desgl.
      11. Doublette  3' & 2' desgl.
      12. Cymbel  3 fach besteht auf dem C aus c´ g´ c´´, repetiert auf co, 14 löthiges Zinn 
      13. Mixtur  6 fach 14 löthiges Zinn, C: c´ g´ c´´ g´´, c: g´ c´´ g´´ c´´´, c´: g´ c´´ g´´ c´´´ g´´´, Oktavrepetition auf c´´ und c´´´ 
      14. Cornett  3–5 fach 12 löthiges Zinn, C: go c´ e´, ab co: 4 fach, ab c´: 5 fach 
      15. Tuba  16' Becher 12 löthiges Zinn, freischwingende Zungen auf Messingplatten (aufschlagende Zungen laut Abnahmebericht) 
      16. Trompete 8‘ Becher 12 löthiges Zinn, aufschlagende Zungen 

       
      II. Manual  (C–f´´´ = 54 Töne, stand laut Abnahmebericht im Oberwerk) 
        1. Geigenprincipal  8‘  14 löthiges Zinn 
        2. Quintathön  16‘  C–H aus Holz, von c´ ab 12 löthiges Zinn 
        3. Viola  8‘  14 löthiges Zinn 
        4. Rohrflöte  8'  C–H aus Holz, dann 12 löthiges Zinn 
        5. Harmonieflöte  8'  Tannen- und Birnbaumholz 
        6. Fugara  4‘  14 löthiges Zinn
        7. Flauto minor  4'  12 löthiges Zinn 
        8. Nasat  2 2/3'  12 löthiges Zinn 
        9. Waldflöte  2‘  12 löthiges Zinn 
      10. Progr. Harm. 2–4 fach  12 löthiges Zinn 
      11. Oboe 8'  Becher 12 löthiges Zinn, freischwingende Zungen auf Messingplatten 
      12. Aeoline  16'  Becher 12 löthiges Zinn, freischwingende Zungen auf Messingplatten 

       
      III. Manual (C–f´´´ = 54 Töne) Hinterwerk (im Turm laut Abnahmebericht) 
        1. Viola d´ amour  8'  14 löthiges Zinn
        2. Liebl. Ged.  16'  C–H aus Holz, von c´ ab 12 löthiges Zinn 
        3. Liebl. Ged. 8'  C–H aus Holz,  von c´ ab 12 löthiges Zinn
        4. Salicional  8'  14 löthiges Zinn 
        5. Flauto traverso 8'  frisches Tannen und Birnbaumholz 
        6. Salicional  4'  14 löthiges Zinn 
        7. Fl. amabile  4'  frisches Tannen- und Birnbaumholz, die kleinsten Octaven 14 löthiges Zinn 
        8. Flauto traverso  frisches Tannen-  und Birnbaumholz, die kleinsten Octaven 14 löthiges Zinn 
        9. Harm. äther. 3 fach  14 löthiges Zinn 
      10. Äoline 8'  Becher 12 löthiges Zinn, freischwingende Zungen auf Messingplatten 

       
      Pedal Pedal (C, Cis–c´ oder d´ = 24 oder 26 Töne, stand laut Abnahmebericht im Turm) 
        1. Principalbass  16‘  Holz 
        2. Untersatz 32‘  Holz (auf extra Kastenlade laut Abnahmebericht) 
        3. Violon 16‘  Holz 
        4. Subbass  16'  Holz (auf extra Kastenlade laut Abnahmebericht) 
        5. Flötenbass 16‘  gedeckt, Holz 
        6. Principalbass 8‘  Holz
        7. Cello 8‘  12 löthiges Zinn 
        8. Bassfloete  8'  Holz 
        9. Quinte  5 1/3'  Holz 
      10. Octave  4'  12 löthiges Zinn 
      11. Posaune  16'  Holzbecher aufschlagende Zungen (auf extra Kastenlade laut Abnahmebericht) 
      12. Trompete  8'  Becher 12 löthiges Zinn, aufschlagende Zungen auf Messingplatten 
      13. Clarine  4'   Becher 12 löthiges Zinn, aufschlagende Zungen auf Messingplatten 

      Zusatzangebot für verschiedene Spielhilfen, Crescendowerk, mit dem man »mittelst eines leichten Fingerdruckes ein Anwachsen und Abnehmen des Tones von pp. bis ff. in jedem beliebigen Tempo bewirken kann. Auch soll durch angebrachte Tritte dieses Werk dirigiert werden können«. Zwei zusätzliche Register für das 2. Manual.

      Nebenzüge: Manualkoppeln III-I, II-I, Pedalkoppel [I], sämtliche Koppeln sind auch während des Spielens schaltbar, 5 Gruppentritte (Einteilung der Stimmen nach Vereinbarung), Ventile für das I., II. und III. Manual, [2 Tritte für] »Starkes Pedal«, »Piano Pedal«, [2 Tritte für] »Schweller des dritten Manuals« (das III. Manual steht in einem Gehäuse aus Fichtenholz, vorne Schwelltüren, die Mechanik mit den Fußtritten verbunden).
      Kanäle aus Fichtenholz, mit Leimfarbe in- und auswendig angestrichen. 2 doppelt wirkende Cylinderbälge aus Eichenholz als Schöpfbälge und 2 Magazinbälge aus Fichtenholz. Windladen aus Eichen- und polnischen Kiefernholz. Ob Schleif- oder Kegelladen gebaut werden sollen, kann die den Auftrag vergebende Behörde entscheiden. Regierwerk aus Eichen- und Fichtenholz. Eine pneumatische Maschine im »Cilinder-Princip« erleichtert die  Spielart [der mechanischen Traktur]. Die Manualklaviaturen sind mit Elfenbein (Untertasten) und Ebenholz (Obertasten), im Pedal mit weißem Ahornholz (Untertasten) und Ebenholz (Obertasten) belegt. Die Mensuren des Pfeifenwerks nach Töpfers Tabellen berechnet. Stimmton: 880 Schwingungen pro Sekunde bei mittlerer Temperatur, Winddruck 32 Grad.


laut AbnahmeberichtLadegastorgel (nach 1889) hinter dem historischen Prospekt (veränderte Emporensitiution)

       Aufnahme der Ladegastorgel (nach 1889) hinter dem Prospekt der Weigelorgel (mit veränderter
       Emporensituation)
                    (Stadtkirchenverband Braunschweig, Stadtkirchenbauamt)

            3. Disposition der Hillebrand – Orgel

Hauptwerk I (C–g3)

Brustwerk II (C–g3)

 Pedal (C–f1)

Nebenzüge

01. Grobgedackt 16‘ 12. Gedackt 8‘ 21. Prinzipal 16‘ Bw – Hw
02. Prinzipal 8‘ 13. Quintade 8‘ 22. Subbaß 16‘ Hw – Pedal
03. Rohrflöte 8‘ 14. Prinzipal 4‘ 23. Oktave 8‘ Bw – Pedal
04. Oktave 4‘ 15. Gedacktflöte 4‘ 24. Gedackt 8‘ Handregister
05. Blockflöte 4‘ 16. Waldflöte 2‘ 25. Oktave 4‘ Fr. Komb. 1
06. Quinte 2 2/3‘ 17. Terz 1 3/5‘ 26. Nachthorn 2‘ Fr. Komb. 2
07. Oktave 2‘ 18. Quinte 1 1/3‘ 27. Mixtur 4 fach Fr. Komb. 3
08. Mixtur 6 fach 19. Scharff 5 fach 28. Posaune 16' Tutti
09. Zimbel 4 fach 20. Dulzian 8‘ 29. Trompete 8‘ Schwelltritt für Bw
10. Trompete 16‘ Tremulant 30. Klarine 4‘
11. Trompete 8‘


Mechanische Spieltraktur, elektrische Registratur (Schleifenzugmotoren), Magazinbalg im Fuß der
Orgel, Windladenbälge. Koppeln, (2001: Handregister, freie Kombinationen und Tutti) auch als Pistons.

Prospekt der Orgel der Fa. Gebr. Hillebrand GmbH Orgelbau KG (Foto: G. Kohn)

Prospekt der Orgel der Fa. Gebr. Hillebrand GmbH Orgelbau KG
                                (Foto: G. Kohn)

                4. Disposition des Hillebrand – Orgelpositivs im Chor (erbaut vor 1965)

Manual (C–d3):1.Gedackt 8‘
2. Rohflöte 4‘
3. Prinzipal 2‘
4. Quinte 1 1/3‘
Mechanische Trakturen, Ventus und Balg im Orgelfuß

          C. Reste des Barockgehäuses

Nach Auffindung von Figurenschmuck und Schleierwerk des barocken Orgelgehäuses durch den Braunschweiger Pastor Wolfgang A. Jünke 1989. 1994 Restaurierung und Anbringung des Schleierwerks vom Rückpositiv und Kartusche mit Inschrift »Singet dem Herrn«, dem Wappen der Neustadt und Engeln an der westlichen Kircheninnenwand über dem nordwestlichen Aufgang zu den Türmen.
 

         D. Organisten an St. Andreas im 17. 19. Jahrhundert

    1628–1632 Heinrich Matthäus
    16321637 Heinrich Grimm
    1593–1637
    Kam aus dem zerstörten Magdeburg. Er komponierte Vokalmusik, z. T. mit Widmung an den Rat der Stadt  Braunschweig
    16371639 Heinrich Wademeyer
    16391677 Jobst Schüler J. Schüler hat am 14. Und 29.10.1656 eine Orgelbauarbeit in St. Magni überprüft. 30. Juli 1677: »Justus Schüler der Organiste 86 Jahralt ist mit 3 Glocken geleutet davon hat er 2 freÿ ist der halben vor die vesper glocke bezahlet 1 M 7gr Vor die eigen grabstelle 6 M«
    1678–1694 Christoph Blaß Blaß hat sich 1684 über ein Jahr »auf obrigkeitl. Conce[sion]...zu Lübeck bey Herrn Buxtehuden aufgehalten«. Von 1694 - 1698 war er Organist an St. Martini, Braunschweig.
    16951704 Heinrich Lorentz Hurlebusch (?) (08.07.1666–Ende Juli 1741) Hurlebusch war von 1698–1741 Organist an St. Martini
    17041742 Johann Georg Ermisch
    17271742 Heinrich Andreas Ermisch H. A. Ermisch wurde nach einer 1726 gehaltener Probe - die Prüfungen nahmen der Cantor Hofamnund der Brüdernorganist Otto Anthon Leÿding vor - seinem Vater adjungieret. 1741 wurde er - aus Magdeburg kommend - als Organist an St. Martini angenommen, konnte die Stelle aber nicht antreten.
    1742–? Heinrich Anton Broyer H. A. Broyer wechselte später an die Katharinenkirche, verstarb am 7.5.1771. Die Vom 1.–3. September 1763 prüften Johann Adolph Keÿser Org: aus Wolfsburg und Heinrich Anton Bröyer Org. St. Cathar. und Aegidii in Braunschweig die von Johann Christoph Hüsemann neu erbaute Orgel (51/III/Ped.) in der Stiftskirche zu Königslutter. Dabei wurden 2 autographische Unterschriften von Broyer unter dem Abnahmebericht und unter einer Vezehrquittung an die Nachwelt überliefert.
    Bis um dem 6.10.1771 Johann Friedrich Hobein Johann Friedrich Hobein, gest. 1782 war um 1761 Clavierlehrer in Lübeck, bewarb sich von St. Andreas in Braunschweig erfolgreich um den Organistendienst an der Hauptkirche B. M. V. in Wolfenbüttel. Hobein kündigt am 17.11.1778 »Lieder mit Melodien fürs Clavier, das Exemplar zu 16 ggr. Conventionsmünze, bei ihm zu erhalten«, in den »Braunschweigischen Anzeigen« an. 1779 erfolgt eine erweiterte Neuauflage.
    Vor 1776 Johann Friedrich Ludwig Sievers J. Fr. L. Sievers, der sich 1776 erfolgreich um die Organistenstelle am Magdeburger Dom bewarb, wies bei seiner Bewerbung darauf hin, dass »die Einkünfte« als Organist der Andreas-Kirche in Braunschweig »nicht so beschaffen [sind], daß ich mit meiner jetzt zahlreich gewordenen Familie davon notdürftig leben kann.« U. a. berichtet der Kantor der Altstädtischen Schule in Magdeburg Johann heinrich Rolle über Sievers probespiel 21.9.1776: »…H. Sievers aus Braunschweig spielt in seiner Art recht gut und fertig, wie wohl nicht mit eben der Stärcke und musikalischen Gründlichkeit, als ersterer [Theodor Gottlieb Besser aus Halberstadt], doch hat er im Spielen etwas gefälliges, das mit mehrerer musikalischer Richtigkeit verbunden, sich Kennern und Nichtkennern ungleich besser empfehlen würde.«
    um 17891817 J. C. A. Otto C .J. A. Otto kündigt 1789 den Druck von 2 Klaviersonaten und »einer Sammlung vermischter Lieder mit Melodien für das Klavier« an. 1817 bewerben sich August Bohlendorf, Chr. Hasselmann und Grahl um die durch den Tod des Organisten Otto frei gewordene Stelle.
    1817 Völcker Um Ostern 1817 erhält Völcker die Stelle.
    18181844 Grahl 1818 bewerben sich August Bohlendorf, Wilhelm Almers aus Wolfenbüttel, Chr. Hasselmann und Lippel. Grahl bekommt die Stelle. 1844 bittet A. W. Ahrenberg dem kranken Organisten Grahl adjungiert zu werden.
    1847 Sonnemann Sonnemann wird auf Empfehlung der Organisten Kelbe, St. Martini und Wiedebein auf ein Jahr angestellt und 1848 gewählt. Sonnemann bewarb sich 1840 um das Organistenamt an der Magnikirche in Braunschweig. Der Musiklehrer Sonnemann wurde als »Ausländer« abgelehnt. Sonnemann baute 1847 ein neues Register in die Andreasorgel ein (s.o.).
    vor 1869 Mühlbrecht 5.3.1869: Chordirektor Mühlbrecht ist gestorben, 
    1869 Rowolt Lehrer Rowolt vertritt bis 6. Mai.
     1904 Runge Organist Runge verstorben. 
    1904–? Oehmann Hermann Oehmann tritt die Nachfolge Runges an.

Literatur


Berend, Fritz: Nicolaus Adam Strungk. 1640–1700. Sein Leben und seine Werke. Mit Beiträgen zur Geschichte der Musik und des Theaters in Celle, Hannover und Leipzig, München 1913, Freiburg 1915.
Greve, Werner: »Musicam hab ich allzeit lieb gehabt...«. Leben und Wirken Braunschweiger Organisten, Spielleute und Kantoren an der Altstadt-Kirche St. Martini in Braunschweig 1500–1800. Ein Beitrag zur Musikgeschichte Braunschweigs, Braunschweig 1985. 
Jünke, Wolfgang A.: Zerstörte Kunst aus Braunschweigs Gotteshäusern – Innenstadtkirchen und Kapellen vor und nach 1944, Groß Oesingen 1994 (Luth. Buchhandlung Harms), S. 31 ff.
Jünke, Wolfgang A.: Zur Geschichte der alten Andreasorgel (in einem Spendenaufruf 1993).
Lorenzen, Hermann: Der Cantor Heinrich Grimm (1593–1637). Sein Leben und seine Werke. Mit Beiträgen zur Musikgeschichte Magdeburgs und Braunschweigs. Hamburg 1940. (Stadtbibliothek Braunschweig, Signatur: I 7/772).
Meier, Paul Jonas: Das Kunsthandwerk des Bildhauers in der Stadt Braunschweig seit der Reformation, Braunschweig 1936 (Werkstücke Bd. 8), S. 81 ff. (Stadtbibliothek Braunschweig, Signatur: Dr Mei).
Pape, Uwe: Die Orgeln der Stadt Braunschweig, o. O. und o. J. [Wolfenbüttel 1966] (Norddeutsche Orgeln, Heft 2), S. 36.
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Reipsch
, Ralph-Jürgen : Heinrich Grimm 1593-1637 Kantor - Komponist - Theorethiker, Magdeburg und Holzminden 1993.

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Synofzik, Thomas: »Heinrich Grimm zum 400. Geburtstag«, in: Concerto, Nr. 89, Dezember 1993/1994, 10. Jg., S. 34–35.

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